Ey! Bist du behindert oder was?

Stationenlernen Sozi 1Diese oder ähnliche Sprüche hört man durchaus in den Gängen oder im Pausenhof unserer Schule. Meist wird dies unüberlegt und gedankenlos gesagt, weil vielen Schülerinnen und Schülern nicht bewusst ist, was es heißt, mit einer körperlichen Beeinträchtigung leben zu müssen. Aus diesem Grund haben die Klassen 8c und 8d des Sozialwesenzweigs am Freitag, den 01.02.2019, ein Stationenlernen zu genau diesem Thema durchlaufen. An sieben unterschiedlichen Standorten wurden verschiedene Einschränkungen simuliert und die Jugendlichen konnten am eigenen Leib erfahren, wie es ist, nicht „voll funktionstüchtig“ zu sein bzw. wie es sich anfühlt, wenn der eigene Körper einem Grenzen setzt. Zunächst schlüpften sie in einen Altersanzug, der Bewegungseinschränkungen darstellte. Stationenlernen Sozi 2Hier musste auch unser Schulleiter Herr Lein erfahren, dass es mit dicken Handschuhen, die Gicht nachahmen sollten, schier unmöglich ist, Geld aus einem Portemonnaie zu entnehmen oder einen Pin einzugeben. Danach absolvierten die Achtklässler mit einem Rollstuhl einen Parcours und stellten fest, wie schwierig es ist, auf eine kleine Rampe zu fahren oder eine Flügeltür zu öffnen. Des Weiteren gab es noch Stationen zur Blindenschrift und Gebärdensprache, bei denen die Jungen und Mädchen einen Einblick in die praktische Anwendung erhielten. Ebenso konnten sie unterschiedliche Brillen ausprobieren, die u.a. den Grauen Star nachempfanden. Erstaunt waren die Jugendlichen, als sie merkten, wie geschärft ihr Gehörsinn war, als sie sich nur mit dem Blindenstock in dem eigentlich gut bekannten Schulgebäude orientieren sollten. Besonders berührend und erschütternd war für die Schüler die Simulation des Tinnitus mit gleichzeitiger Hörverständnisaufgabe, die von nahezu allen vorher abgebrochen oder nicht richtig gelöst werden konnte.Dieses kleine dreistündige Projekt sollte zum Nachdenken über das eigene Verhalten anregen und auch zur Selbstreflexion dienen. Wie oft sagt man im Leben schnell etwas Unbedarftes (Beleidigendes?), ohne sich wirklich Gedanken darüber zu machen, wie verletzend dies sein mag. So sollten wir es mit Arthur Schopenhauer halten: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

 Jeder an unserer Schule steht in Beziehung zu anderen.
Ganzheitliches Lernen ist unser Ziel und unsere Herausforderung.
Achtung vor Mensch und Umwelt qualifiziert uns.
Wir sind ein Teil der Lebenswelt vor Ort.

pano

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