Der Jugendoffizier der Bundeswehr Marius Alois Erbrich aus Bamberg zu Gast

Ein nächster Punkt des 90-minütigen Vortrags war der „Arabische Frühling“: Im Frühjahr 2011 gab es in einigen arabischen Ländern, zum Beispiel in Tunesien, Ägypten und Marokko, Demonstrationen und Massenproteste der Bevölkerung gegen ihre undemokratischen und autoritären Regime. Zahlreiche Menschen, vor allem Männer, gingen auf die Straße und protestierten gegen die jeweilige Diktatur.

Genauer wurde dann auf den noch immer herrschenden Bürgerkrieg in Syrien eingegangen: Auch in Syrien kam es 2011 vermehrt zu lang andauernden Protesten. Männer und Frauen gingen auf die Straße, um für bessere Lebensbedingungen, politische Reformen, mehr Freiheit und Mitsprache zu demonstrieren. Sie wollten nicht länger vom Alleinherrscher Baschar al-Assad unterdrückt werden. Deshalb forderten sie den Rücktritt Assads und ein Ende der Diktatur. Assad ging mit brutaler Gewalt gegen alle Demonstranten vor, auch gegen die unbewaffneten. Einige Syrer wehrten sich mit Gegengewalt und Hauptmann Erbrich betonte, dass es heutzutage recht einfach sei, Waffen zu erwerben. In Aleppo beispielsweise seien Lebensmittel teurer als Waffen, außerdem werde dort der Waffenbesitz nicht kontrolliert. Ehemalige Soldaten der Regierungsarmee und einige der Demonstranten gründeten im Juli 2011 die so genannte „Freie Syrische Armee“, um die Assad-Regierung mit Gewalt zu stürzen. Sie werden von Ländern wie Saudi-Arabien, Libyen, der Türkei und den USA mit Waffen und Ausrüstung beliefert. Aber auch Deutschland gehört zu den Waffenexporteuren. Auf schockierenden Fotos zeigte Hauptmann Erbrich vom Krieg zerstörte Häuser und Geschäfte. Die Menschen in Syrien haben keine Möglichkeit mehr, Lebensmittel einzukaufen. Kranke und Verletzte können nicht mehr richtig versorgt werden, da auch Kliniken sowie Apotheken in Schutt und Asche liegen. Deswegen wie auch aufgrund der instabilen und unübersichtlichen politischen Situation in Syrien fliehen sehr viele Menschen; die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht.

Damit begann der nächste Teil des Vortrags: Menschen auf der Flucht. 65 Millionen Flüchtlinge werden jedes Jahr weltweit gezählt, davon sind die meisten noch minderjährig. Die Türkei nahm bereits ca. 2 Millionen Flüchtlinge auf, Libanon ca. 1,72 Millionen. Die Flüchtlingsströme führen zusätzlich zu Nahrungsmittelknappheiten, weiteren politischen Spannungen sowie offenen Konflikten in den Flüchtlingslagern.

Außerdem wurde im Plenum über den Terrorismus aufgeklärt und intensiv diskutiert: Hauptmann Erbrich betonte, dass der IS (Islamischer Staat) nicht mit der Religion „Islam“ zu vergleichen sei, denn der selbst ernannte IS habe damit gar nichts zu tun. Das zeige sich zum Beispiel an der Sklavenhaltung, die laut Koran verboten ist, im IS aber Gang und Gäbe ist. Im Koran existieren 17 Verse, die Gewalt legitimieren, die der IS wiederum zum Anlass für organisierte Gewalt nehme. Durch Kriminalität, Kunstraub und den Erwerb großer Erdölraffinerien konnte sich der IS ein finanzielles Gerüst aufbauen und sich durch Beamte, Polizei und Sittenpolizei etablieren. Die Propaganda des IS erfolge vor allem durch das Internet, hauptsächlich auf den Social Media Plattformen. Jugendliche sind die große Zielgruppe des IS, da sie mit Propagandafilmen von hoher Professionalität leicht manipulierbar sind. Dem IS schließen sich oftmals Bürger mit gescheiterten Existenzen an, weil er einfache Antworten auf komplexe Fragen des Lebens vorgibt. Alle Ungläubigen sollen getötet werden. Der IS will durch Terrorismus und Gewalt Macht demonstrieren sowie Angst verbreiten. Die Organisation des IS besitzt ca. 10.000 Kämpfer, die Basis für den IS in der Bundesrepublik Deutschland bilden ca. 500 IS-Kämpfer. Der Islamische Staat zerfällt aber kontinuierlich. Daher versucht der IS seine Macht zu demonstrieren, indem so genannte „weiche Ziele“ getroffen werden, wie z. B. Paris, Brüssel und Berlin, und damit zum Schauplatz des Terrors werden. Auch sind einige Cyberattacken auf den IS zurückzuführen. So wurde z. B. der Sender TV5 ein Opfer des IS im Cyber Jihad.

Am Ende des interessanten Vortrags wurde rege darüber diskutiert, ob der Kampf gegen den Terrorismus ein Auftrag für die Bundeswehr sei.

Emely Lips, Kassandra Jahn, Laura Tuma (alle 10 B)

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